Definition: (Die) Man|tis – Gattung der Fangheuschrecken,
darunter die so genannte Gottesanbeterin (Mantis religiosa)

Gottesanbeterinnen / Mantis sind geflügelte Insekten, die in warm-gemäßigten und tropischen Regionen der ganzen Welt verbreitet sind. Weltweit gibt es etwa 2300 Arten. Die Vielfalt ihrer Maskeraden scheint grenzenlos. Die europäische Gottesanbeterin kommt an klimatisch günstigen Stellen wie dem Kaiserstuhl auch in Deutschland vor.

Die so genannten Fangschrecken sind bekannt für ihre typische Körperhaltung: Sie sitzen auf ihren Hintergliedmaßen und halten ihr kräftiges vorderes Extremitätenpaar in einer Stellung, die an beten erinnert; daher der Name Gottesanbeterin.

Vorderbeine wie Klappmesser

Ihr Leben verbringen sie bevorzugt in Büschen und auf Bäumen, wobei sie abgefallenes Laub in vielen Varianten imitieren können. Sitzend oder hängend verschmelzen sie bis zur völligen Unsichtbarkeit mit dem Urwaldboden. Ihre ausgezeichnete Tarnung macht sie nicht nur zu gefährlichen Jägern, sondern schützt sie gleichzeitig vor Fressfeinden. Alle Gottesanbeterinnen der Welt haben ein Merkmal gemeinsam: Ihre furchterregenden Jagdwaffen. Die Vorderbeine arbeiten wie scharf gezahnte Klappmesser. Wenn diese kraftvollen, dornenbesetzten Fänge binnen Sekundenbruchteilen zupacken, gibt es kein Entrinnen. Dass ein kleineres Tier einem größeren als Nahrung dient, ist in der Natur nichts Außergewöhnliches. Dass aber große Fangschrecken nicht nur Insekten, sondern auch Wirbeltiere erbeuten, ist erstaunlich. In Südamerika fangen Gottesanbeterinnen sogar Kolibris, und in den Savannen Afrikas gehen sie auf Mäusejagd.

Häutung mit Nervenkitzel

Doch auch Fangschrecken haben Feinde – sogar von Artgenossen werden sie mitunter attackiert. Eine südostasiatische Spezies vermeidet solche Attacken mit einer Art Gebärdensprache. Boxer-Fangschrecken präsentieren abwechselnd die farbigen Innenseiten ihrer Fangbeine, was so viel bedeutet wie: Nicht fressen, ich bin ein Artgenosse. Die Bewegungen erinnern an chinesische Schattenboxer, daher der Name. Jungtiere müssen sich besonders vor den erwachsenen Tieren in Acht nehmen, denn sie häuten sich regelmäßig, um zu wachsen. Während dieser Prozedur sind sie ihren Feinden schutzlos ausgeliefert. Der neue Panzer, der anfangs noch weich und verletzlich ist, muss in absoluter Reglosigkeit aushärten.

Verehrung schon zu Ramses Zeiten

In der Mythologie hat sie mit ihren auffälligen Verhaltensweisen schon in frühester Zeit die Menschen beeindruckt und Anlass zu den verschiedensten Fabeln gegeben. Ihr wissenschaftlicher Name „Mantis“, heißt so viel wie Prophet, Wahrsager oder der Göttliche bedeutet. Auch die alten Ägypter waren von der seltsam anmutenden Gottesanbeterin beeindruckt. Sogar im legendären Totenbuch der Ägypter wird sie erwähnt. Ein Bildnis fand man im Grab des berühmten Pharao Ramses des Zweiten, der Ägypten vor mehr als 3000 Jahren regierte. Im Jahr 1929 fand man einen kleinen Sarg aus gebranntem Nilschlamm mit einer mumifizierten Gottesanbeterin in Theben.

Auch die Römer hat dieses Insekt nachhaltig beeindruckt. Vor 2700 Jahren wurde in Süditalien eine Silbermünze mit der Darstellung einer Gottesanbeterin geprägt. In dieser Region hält sich bis heute hartnäckig die Vorstellung, dass Gottesanbeterinnen Haustieren gefährlich werden, insbesondere Hühnern. Ihr volkstümlicher Name ist „Hennenwürger“. Die Bauern sind überzeugt, dass die dornenbewehrten Fangbeine der Gottesanbeterin den Hals einen Huhns aufschlitzen können. Doch wie so oft liegen hier Wahrheit und Aberglaube weit auseinander.

Die unglaubliche Formenvielfalt der Gottesanbeterinnen faszinierte Künstler und Wissenschaftler schon vor 300 Jahren. Sie zeichneten und malten die filigranen und pittoresken Leiber unterschiedlichster Fangschrecken. Die ältesten Präparate von Gottesanbeterinnen sind 150 Jahre alt.

In der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts das „Kaiserliche Naturalienkabinett“ von den Habsburgern gegründet. Die zoologische Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien bewahrt mehr als vierzehntausend Präparate von Gottesanbeterinnen aus allen Erdteilen sind hier auf.

Aussehen

Der Körper der Gottesanbeterin ist 5 bis 7,5 Zentimeter lang und dünn. Am Hinterleib hat sie vier dünne Beine, mit denen sie sich fortbewegt. Die zwei Vorderbeine sind kräftiger und dienen als Fangbeine. Sie sind oft zusammengefaltet. An ihrem dreieckigen Kopf fallen sofort die großen Facettenaugen auf, die seitlich am Kopf sitzen. Damit hat sie einen guten Überblick. Zudem kann sie ihren Kopf sehr gut drehen und so ihre Beute mit den Augen verfolgen. Die Weibchen werden größer und dicker als die Männchen. Beide haben als Erwachsene lange Flügel. Die Weibchen fliegen damit aber nicht mehr. Die Männchen tun es sehr selten und fliegen dann nur ganz kurze Strecken. Bei den Männchen ragen die Flügel über den Hinterleib hinaus, bei den Weibchen nicht.

Rassen und Arten

Systematische Einordnung: Fangschrecken bilden die Ordnung Mantodea. Die Gottesanbeterin heißt wissenschaftlich Mantis religiosa.

Sie teilen sich in 8 Familien mit insgesamt rund 2150 Arten auf. Damit bilden sie unter den Insekten, die fast eine Million Arten umfassen, nur eine sehr kleine Gruppe. Die nächsten Verwandten der Fangschrecken sind die Schaben und Termiten. Mit ihnen zusammen bilden sie die Überordnung der Schabenähnlichen (Blattoidea).

Lebenserwartung

Die Gottesanbeterin lebt nur ein Jahr. Die Larven, die auch Nymphen heißen, schlüpfen im Frühjahr. Die erwachsenen Tiere, die Imagines genannt werden, sterben im Spätjahr, wenn die kalte Jahreszeit beginnt.

Alltag

Gottesanbeterinnen fliegen nicht gerne und bewegen sich meistens auch sehr langsam. Deshalb sitzen sie oft tagelang auf der selben Pflanze, manchmal sogar immer auf dem selben Zweig. Dort beobachten sie ihre Umgebung und warten auf Beute. Denn Fangschrecken sehen sehr gut.

Nachwuchs

Die Paarung kann bei den Gottesanbeterinnen vom Sommer bis in den späten Herbst stattfinden. Zur Paarung schleicht sich das Männchen von hinten an das Weibchen heran. Dann springt es auf das Weibchen und hält es an den Flügeln fest. Die Paarung dauert etwa zwei Stunden. Danach fressen die Weibchen ihre Partner häufig auf.

Später legen die Weibchen 100 bis 300 Eier in Behältern ab, die auch Kokons oder Ootheken genannt werden. Diese Behälter sind etwa 2,5 Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit. Sie sehen aus wie kleine Pilze und werden oft an Blättern oder Halmen abgelegt. Die Behälter schützen die Eier vor dem Austrocknen und vor kalten Temperaturen, denn die Eier müssen in den Kokons überwintern.

Bis die Larven im Frühjahr schlüpfen, dauert es also mindestens zwei Monate. Gleich nach dem Schlüpfen häuten sie sich zum ersten Mal. Die jungen Larven sehen aus wie kleine Ausgaben der erwachsenen Tiere. Sie bewegen sich sehr flink und gehen auch schon auf Beutefang wie ihre Eltern. Nach sechs bis sieben Häutungen  sind die Tiere erwachsen. Etwa zwei Wochen nach der letzten Häutung werden sie geschlechtsreif.

Jagd

Meist machen es sich die Fangschrecken bei der Jagd leicht. Sie sitzen, häufig mit dem Kopf nach unten, bewegungslos auf einer Pflanze und warten darauf, dass sich ein unvorsichtiges Insekt nähert. Dann klappen sie blitzschnell die gefalteten Fangbeine aus und packen das Beutetier. Die Fangschrecken lähmen ihre Beute dann mit einem Genickbiss und fressen sie auf.

Manchmal schleichen sich Gottesanbeterinnen auch ganz langsam an ihre Beute heran. Dann gehen sie wie in Zeitlupe und nähern sich dem Beutetier mit winzigen Schritten. Seltener bewegen sich Gottesanbeterinnen schnell bei der Jagd. Doch sie können auch große Sprünge machen.

Haltung

Gottesanbeterinnen stehen unter Naturschutz, deshalb darfst du sie nicht in der Natur fangen. Auf Insekten- und Terrarienbörsen oder beim Zoohändler werden manchmal gezüchtete Tiere angeboten. Sie brauchen alle ein eigenes Terrarium oder Gefäß, da sich die Fangschrecken gegenseitig als Futter betrachten und fressen. Zur Haltung kannst du ein kleines Terrarium oder ein großes Glas nehmen. Einmachgläser mit einem Inhalt von 1,5 bis 2 Liter eignen sich ganz gut. Damit die Fangschrecke sich wohl fühlt, legst du am besten Zweige, Pflanzen oder Holzwolle in das Gefäß. Darauf kann die Gottesanbeterin herumkrabbeln.

Ernährung

Gottesanbeterinnen werden mit Fliegen, Heimchen, Motten oder Heuschrecken gefüttert. Das Futter kannst du dir im Sommer draußen selbst fangen. Im Winter musst du entsprechendes Futter in der Zoohandlung kaufen.

Pflegeplan

Gottesanbeterinnen müssen einmal am Tag mit Wasser besprüht werden. Das geht am besten mit einem Zerstäuber. Diese Behandlung ist nötig, damit die Tiere sich leichter häuten können. Wenn sie zu wenig Feuchtigkeit haben, kann es zu fehlerhaften Häutungen kommen. Danach können die Fangbeine so verformt sein, dass die Fangschrecke damit keine Beute fangen kann. Andere Fehlhäutungen führen zu verkrümmten Vorderleibern oder dazu, dass die Gottesanbeterin gar nicht ganz aus der alten Haut herauskommt.

​Die wichtigsten Fußtechniken

Das Knie wird bei fast allen Tritten zunächst nach oben gezogen – dadurch weiss der Gegner bis zur vollständigen Ausführung des Trittes nicht, welcher der vielen Tritte ihn nun treffen wird und kann sich daher logischerweise auch nicht auf den kommenden Tritt vorbereiten! Dieser Vorteil wird vermindert, wenn man sich für die kraftvollere Variante entscheidet und den Tritt mit dem hinteren Bein ausführt.

​​Die Fusstechniken kannst Du auch als PDF-Dokument hier hierunterladen.

‘Chuen Sam Toi’ – Chuan Xin Tui – 穿心腿  = Der Vorwärtsfußtritt (wörtl. „Herz durchbohrender Tritt“)

Chuen Sam Toi

Das Knie wird nach oben gezogen, danach wird (mit der Hacke) gerade nach vorne getreten.
=> Energie nach vorne!

Wichtig: Damit ich den chin. Herzbereich* wirklich „durchbohren“ (kraftvoll treten) kann, muss ich kurz vor dem Aufprall der Hacke die Hüfte nach vorne bewegen. Hier wird „das mittlere Tor geschlossen“.

* In der traditionellen chinesischen Medizin war es verboten den menschlichen Körper aufzuschneiden. Wenn wir im Kung Fu Kontext vom Herz als Ziel reden, meinen wir nicht nur das Herz, sondern auch den Solarplexus etc. Ein anderer Begriff für die Art des Angriffes: „Wir schliessen das mittlere Tor.“

Oberes Tor: Kopf und Hals
Mittleres Tor: Solarplexus und Organe (Herz, Leber, Milz)
Unteres Tor: „unter der Gürtellinie“


‘Liu Yam Toi’ – Liao Yin Tui – 撩陰腿 = Der Halbkreisfußtritt (wörtl. „Tür-Zu-Tritt“ oder „Genitalientritt“)

Liu Yam Toi

Das Knie wird nach oben gezogen, danach wird die Hüfte seitlich eingedreht.
Der Tritt erfolgt seitlich und addiert die Kraft der Beine (Strecker) mit der Kraft der Hüftdrehung.
(Um die Hüfte richtig einzugedrehen, muss auch das Standbein gedreht werden)

Damit der Tritt nicht „eingefangen“ werden kann, wird das Bein nach dem Tritt durch eine „Schnapp-Bewegung“ zurückgezogen und ist nun für die nächste Attacke bereit. Hier wird „das untere Tor geschlossen“.


‘Tsa Toi’ – Zha Tui – 扎腿 = Der Knietritt oder auch Dreieckstritt (wörtl. „Durchdringender Tritt“)

Tsa Toi

Das Knie wird nach oben gezogen und der Fuß leicht schräg nach außen gedreht. Danach „stampft“ die Hacke mit aller Kraft der Beinstrecker gegen das Knie des Gegners und zerstört dieses!
Dieser Tritt kann aber auch hervorragend, dazu genutzt werden einen gegnerischen Tritt abzuwehren oder gar im Ansatz zu blockieren. => Kraftübertragung nach Vorne (von der Hüfte aus gesehen)!


‘Gua Choeng Toi’ – Gua Cheng Tui – 掛撑腿 = Der Seitwärtstritt

Gua Choeng Toi

Das Knie wird nach oben gezogen, danach wird die Hüfte seitwärts in Richtung des Ziels eingedreht. Der Tritt erfolgt mit der Hacke welche sich durch die Hüftdrehung „in den Gegner hinein bohrt“. Das Hauptangriffsziel ist das Knie des Gegners. Kleine Anekdote: Dies war der Lieblingstritt von Bruce Lee.

=> Kraftübertragung zur Seite (von der Hüfte aus gesehen)!

Der im Kampfsport vorkommende hohe Seitwärtsfußtritt (Sidekick) kommt in unserem Stil nicht vor, da er zu großen Bewegungseinschränkungen für Folgetechniken führen würde.


‘Bai Lin Toi’ – Bai Lian Tui – 擺蓮腿 = Der gestreckte Beinschwinger („Lotus-Tritt“)

Bai Lin Toi

Das Bein wird gestreckt in die Höhe „katapultiert“. Hat es die entsprechende Höhe erreicht, wird die Hüfte schnell eingedreht (von innen nach außen oder von außen nach innen). Dadurch wird das kraftvoll gestreckte Bein wie eine Peitsche dem Gegner entgegen „geschleudert“. Eine vernichtende Kraft die durch einen Zug des Beines nach unten noch verstärkt wird.


‘Shuen Fung Toi’ – Xuan Feng Tui – 旋風腿 = Der Tornadotritt, 360 (Three-Sixty)

Shuen Fung Toi

Das Knie wird nach oben gezogen und blockt einen mögl. gegnerischen Tritt. Der Körper wird gedreht (der Oberkörper arbeitet hier wie eine „Feder“ die aufgezogen wird), dadurch bekommt die Hüfte besonders viel Kraft. Diese Kraft wird genutzt um das andere Bein gestreckt im Sprung (seitlich) gegen das Ziel zu schleudern (wie beim ‘Bai Lin Toi’).

Wie bei allen Tritten sollte auch bei diesem Drehtritt das Ziel (wenn überhaupt) nur minimale Zeit aus den Augen gelassen werden => also schnell drehen!


‘Sab Tsi Toi’ – Shi Zi Tui – 十字腿 = Der Spanntritt (wörtl. „Kreuztritt“)

Sab Tsi Toi

Das Knie wird nach oben gezogen und die Spitze (mit Spann) des gestreckten Fußes trifft den Gegner mit einer „Schnappbewegung“ im Genitalbereich. Ähnlich wie beim ‘Bai Lin Toi’ wird hier „das untere Tor geschlossen“.


‘Tsau Toi’ – Jiu Tui – 揪腿 = Der Beinfeger  (wörtl. „erfassender Tritt“)

Tsau Toi

Alles passiert gleichzeitig: Die Hüfte dreht sich seitlich ein – das Bein streckt sich – der Fuß ist wie eine „Sichel“ geformt, sprich die Fußspitze ist angezogen. Trifft dieser Angriff das Standbein des Gegners, hebt er den Fuß des Gegners leicht an (dieser verliert den Halt) und schleudert das Bein weg. Der Gegner fällt spontan zu Boden!


‘Sou Tong Toi’ – Sao Tang Tui – 掃堂腿 = Der tiefe Beinfeger (wörtl. „die Halle fegender Tritt“)

Sou Tong Toi

Der gesamte Körper dreht sich seitlich ein und „schwingt herum“ – das Bein streckt sich – die Fußspitze ist angezogen – so trifft dieser Angriff das Standbein des Gegners, so dass der Gegner den Halt verliert und er wieder zu Boden fällt.

  Wirkung: Wucht 
stumpfes Trauma
Schnitt 
u. Stich
Abwehr von Angriffen
Stangenwaffen Langstock ja nein ja
 (2-Hand) Speer wenig ja ja
  Halbmondlanze wenig ja ja
  gr. Hellebarde ja ja ja
Klingenwaffen  Säbel ja ja ja
(1-Hand) Schwert nein ja ja
  Tigerhakenschwert nein ja sehr gut
Klingenwaffen Großes Schwert ja ja ja
(2-Hand) Katana ja ja ja
  Kleine Hellebarde ja ja ja
Doppel- Doppelsäbel ja ja ja
Klingenwaffen Doppelschwert nein ja ja
( = 2 x 1-Hand) Doppel-Tigerhakenschwert nein ja sehr gut
  Doppel-Dolche nein ja wenig
Doppelwaffen 7-Sterne Stöcke ja nein ja
  7-Sterne Doppelsichel nein ja ja
  7-Sterne Mandarin-Entenhaken nein ja sehr gut
  Schmetterlingsmesser nein ja ja
  7-Sterne Doppel-Hammer ja nein ja
  ​Doppel-Tonfas ja nein sehr gut
Flexible Waffen Dreigliederstab ja nein ja
  Kettenpeitsche ja wenig nein

 

Langstock


Langstock

Langstock
Kategorie: Stangenwaffe (2-Hand) 
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja nein ja

​Langstock (Kwan)

Die wahrscheinlich älteste Waffe der Welt ist der Stock. Die Einfachheit dieser Waffe ist für jeden Menschen nachvollziehbar – aber genau dies ist der Grund warum der Stock die wohl best erforschte Waffe überhaupt ist.

Der Langstock wird als erste Waffe unterrichtet. Nachdem die Kung Fu Schüler zuvor verschiedene Handformen gelernt haben, wird nun ihr Horizont entscheidend erweitert: Die Kung Fu Schüler müssen nun die völlig ungewohnten Gewichts- und Hebelgesetze dieser „schweren“ Waffe meistern. Dieser  (zunächst) „Fremdkörper“  ist nicht nur ein Gewicht außerhalb des Körpers, welches den Gleichgewichtssinn und den Koordinationssinn, auf die Probe stellt, sondern diese Waffe wird umso schwieriger zu handhaben, da durch die häufige Rotation noch völlig neue Zentrifugalkräfte entstehen. Aber auch diese Herausforderung wird von den Kung Fu Trainierenden nach der angemessenen Zeit gemeistert. So wird diese Waffe (wie auch die folgenden Waffen) von einem anfänglichen „Fremdkörper“ zu einer Verlängerung des eigenen Körpers. D. h. diese Waffe wird nicht mehr als ein toter Gegenstand wahrgenommen, sondern die Kung Fu Schüler haben gelernt, ihre gesamte Kraft in der Spitze der Waffe zu fokussieren. Gleichzeitig ist das Nervensystem darauf trainiert, kleinste Krafteinwirkungen auf die Waffe wahrzunehmen und diese für den Kampf zu interpretieren. Dadurch wird diese Waffe, trotz ihres Zerstörungspotentials, zu einem äußerst sensiblen Objekt. Neben den offensichtlichen Vorteilen des Langstockes (Kraft und Koordinationszuwachs) wird so eine Verlagerung des sensiblen sensorischen Wahrnehmungssystems auf einen Bereich außerhalb des menschlichen Körpers erweitert. Hoch trainierte Stockkämpfer sehen in dieser Erweiterung auch eine Erweiterung ihres Bewusstseins. Nein – keine Angst – dies ist keine Esoterik, sondern nur eine antrainierte Erweiterung des Wahrnehmungssystems des Menschen. Die Waffe wird vom Kung Fu Schüler als Teil seines eigenen Körpers wahrgenommen. Dies gilt für alle Waffen des Kung Fu (aber auch für Experten im Umgang mit Werkzeugen oder speziellen Sportgeräten: Z. B. Skispringern mit ihren Skien oder Chirurgen mit ihrem Skalpell).


Speer

Speer

Speer
Kategorie: Stangenwaffe (2-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
wenig ja ja

Speer  (Choeng)

Der Speer ist eine Waffe mit langer Reichweite, die vor allem für Stöße mit der Spitze gedacht ist. Wie „eine Schlange“ durchdringen die blitzschnellen Speerstiche auch kleinste Lücken in der gegnerischen Verteidigung. So bleiben Angriffe unvorhersehbar, da die meisten Angriffe in „letzter Sekunde“ doch noch einen Richtungswechsel zulassen, zusammen mit der optischen Ablenkung durch den roten Haarbüschel, ist der Speer nur schwer abzuwehren (einige Speere haben noch eine akustische Ablenkung in Form von kleinen Glöckchen oder ähnlichen Erweiterungen).

Der rote Haarbüschel hat aber auch noch eine andere Funktion: In der erfolgreichen altertümlichen Schlacht ist die Klinge irgendwann blutgetränkt. Dieses feindliche Blut würde nun am Speer hinunterlaufen und den Griffbereich des Speeres unsicher und glitschig machen. Durch die Rotationsbewegungen des Speeres wird die Flüssigkeit zunächst an den roten Haarbüschel weitergegeben, bevor die Flüssigkeit durch die Zentrifugalkraft abtropfen kann: Beispiel in der 5. Minute (aus dem Film „Hero“)

Neben den oben erwänhten typischen Stichbewegungen sind variable, kleine und große Rotationsbewegungen des Speeres ein Merkmal für die höhere Kampfkunst. Die Drehbewegungen erlauben es dem Speerkämpfer, die große Reichweite seiner Waffe auch zum Abwehren gegnerischer Angriffe zu nutzen. Und nun kommen wir zum Vorteil der Flexibilität des Speeres: Durch die Rotationsbewegungen wird der Speer nicht nur in die Abwehrposition gebracht, sondern durch die schnellen Bewegungen biegt sich der Speer (Trägheit der Masse), diese kurzzeitige Biegung speichert dann weitere kinetische Energie, welche sich beim Aufprall auf die gegnerische Waffe zusätzlich entlädt.

Laut der chinesischen Legende hat  Huáng Dì (der Gelbe Kaiser) den Speer entwickelt, aber man kann natürlich davon ausgehen, dass der Speer von verschiedenen Menschen an vielen Orten der Welt entwickelt wurde: Im Altertum waren die Speere einfache Stöcke mit in Feuer gehärteter Spitze oder zugespitzte Stangen aus Holz. Im englischen Essex wurde 1911 eine hölzerne Speerspitze ausgegraben und auf ein Alter von 360.000 bis 420.000 Jahre geschätzt wird. Später wurden dann Spitzen aus Stein, Jade, Bronze, Kupfer und Stahl angefertigt, das Prinzip der Handhabung blieb aber immer gleich.

Um die Effektivität und die Einsatzmöglichkeiten zu erhöhen (z.B. um Reiter vom Pferd zu holen), wurden Querklingen angebracht, wodurch dann die Hellebarde (Ji) entstand. Die älteste Form ist das Ge, aus dem sich Hellebarde (Ji) und Lanze (Qiang) entwickelte. Die beeindruckenste Hellebardenvariante ist allerdings die große Hellebarde  (Da dao, Guan Dao, Kwang Dao, Kwan Dao).


 

Halbmondlanze

Halbmondlanze

Halbmondlanze
Kategorie: Stangenwaffe (2-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
wenig ja ja

Halbmondlanze

​Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.


Große Hellebarde

Große Hellebarde

Große Hellebarde
Kategorie: Stangenwaffe (2-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja ja ja

Große Hellebarde

​Die große Hellebarde ist eine wirklich beeindruckende Waffe. Sie hat oben eine schwere, breite säbelartige Klinge mit einem Haken in der Mitte der Klingenrückseite. An diesem Haken ist häufig ein rotes Haarbüschel befestigt, welches den Gegner optisch ablenken soll. Auf der unteren Seite der Hellebarde ist eine drei-klingige Spitze gesetzt (Gegengewicht und Stichwaffe).

Mit einer Länge von 2 m bis 2,30 m und einem ungewöhnlich hohen Gewicht unterscheidet sich der Kampfstil erheblich von dem anderer Waffen: Kurze, kleine Bewegungen oder gar ein plötzliches Abstoppen der Waffe ist auf Grund der Trägheit der Masse NICHT oder nur schwer möglich. Der Kampfstil der großen Hellebarde zeichnet sich durch schnelle Rotationen aus, die durch ausnutzen der physikalischen Rotationsgesetze schnell in unterschiedliche Richtungen geführt werden können.

Waffe und Gewicht

Generell kann eine leichte Waffe so geführt werden, dass der Kämpfer selbst bestimmt wie viel Körperbewegung er zu Unterstützung der Waffentechnik aufwendet. Der Energiemittelpunkt von Kämpfer und Waffe liegt nahe beim Kämpfer und kann willentlich variiert werden. Wenn das Gewicht der Waffe aber zunimmt, verlagert sich der Energiemittelpunkt mehr und mehr zur Waffe hin.

​Beispiel zum besseren Verständnis:

  • Der Mond hat weniger Gewicht als die Erde.Beispiel: Taumelbe
  • Der Mond kreist um die Erde.
  • Trozdem hat der Mond genug Gewicht um die auch die Erde ein wenig um den Mond rotieren zu lassen.
  • -> Es entsteht die „Taumelbewegung“ der Erde

Siehe auch unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Erde-Mond-Schwerpunkt

GezeitenBei dem Phänomen Ebbe und Flut handelt es sich um zwei Wasserberge die die Erde überqueren. Einer dieser Wasserberge (der größere) entsteht durch Anziehungskraft des Mondes (direkt).
Der Andere entsteht durch die  Zentrifugalkraft
der „Taumelbewegung“ der Erde (indirekt).
Da die Erde auch eine Eigenrotation hat (24h) „wandern“ diese Wasserberge um die Erde.

Bei einer so großen und schweren Waffe wie der großen Hellebarde liegt der Energiemittelpunkt (gemeinsamer Schwerpunkt oder auch Drehachse) nicht mehr nah beim Kämpfer sondern zwischen Waffe und Kämpfer. Da die große Hellebarde aber häufig auch noch eine Eigenrotation hat, wird der Energiemittelpunkt noch weiter Richtung Waffe verschoben. Daher sieht es manchmal so aus als wenn der Kämpfer nicht nur die Waffe bewegt, sondern es wirkt so als ob der Kämpfer sich selbst um die Waffe herum bewegt, was zum Teil ja auch zutrifft.

Der Legende nach wurde die große Hellebarde von General „Guan Yu“ entwickelt. Dieser war einer der fünf Tigergeneräle – die fünf tapfersten Befehlshaber der Shu Han, eines chinesischen Teilstaats während der Zeit der Drei Reiche. General Guang Yu’s Waffe trug angeblich den Namen „mähender Mond-Säbel des Grünen Drachen“. Diese spezielle Hellebarde soll ca. 45 kg gewogen haben, es ist nur schwer vorstellbar, dass diese Waffe tatsächlich effektiv zu handhaben war, daher geht man von einer eher rituellen (und im heutigen China religiösen) Bedeutung aus.


 

Säbel

Säbel

Säbel
Kategorie: Klingenwaffe (1-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja ja ja

​Säbel (Darn Do)              „… hacken wie eine Axt und schneiden wie ein Schwert …“

Im alten China wurde der Säbel überwiegend von Soldaten und Amtsträgern geführt. Der Grund hierfür lag zum Einem darin, dass der Säbel als eine gefährliche scharfe Klingenwaffe recht schnell (im Vergleich zum Schwert) beherrscht werden konnte, zum Anderem war aber die Herstellung (die hohe Kunst der Metallverarbeitung) relativ kostenintensiv und damit nicht für Zivilisten geeignet (zu teuer) – weiterhin durften Zivilisten häufig keine Waffen tragen – im Gegensatz zum Langstock der immer wieder gerne als Wanderstab ausgegeben wurde, war der Säbel sofort und eindeutig als Waffe zu erkennen.

Der größte „physikalische“ Vorteil des Säbels ist, neben seiner Schärfe, seine Biegung. Wird der Säbel kraftvoll geschwungen, dreht er sich „automatisch“ in den senkrecht zum Aufprall geneigten Winkel. D. h. selbst wenn der Kämpfer unsauber zuschlägt, also die Waffe in einem ungünstigen Winkel an den Feind heran schwingt, zerbricht diese nicht, sondern der Säbel dreht sich selbst in den perfekten Einschlagswinkel. Zusätzlich ist der größere Teil der inneren Klinge stumpf, so dass der Säbel:

  1. a) mit der zweiten Hand zusätzlich unterstützt und die Kraft (besonders zur Abwehr) verstärkt werden kann,
  2. b) nach dem Schwung eines vorherigen Angriffes, eng und zeitsparend am Körper geführt werden kann, um schnell wieder für den nächsten Schlag einsatzbereit zu sein.

Dieses Prinzip der Biegung war aber nicht nur in China sondern auch im Rest der Welt bekannt: Beispiele hierfür sind das japanische Katana, der westliche Säbel, das europäische Krummschwert und der Scimitar (der orientalische Säbel). Weiterhin sind auch die Klingen der Hellebarden gebogen.

Der Säbel gilt überwiegend als Schnitt- und Wuchtwaffe. Aber der Säbel kann auch als Stichwaffe eingesetzt werden. Wie bei den meisten Kung Fu Techniken, wird auch hier die Kraft des gesamten Körpers in jede einzelne Technik übertragen.

Natürlich gelten auch hier, wie bei allen Waffen, die vorher beim Langstock angesprochenen Aspekte der veränderten Körperwahrnehmung.

Nun stellen wir uns natürlich die Frage:  „Was ist besser als ein Säbel?“
„Ja – richtig: Zwei Säbel!“    ->   Leider ist dies auch zweimal schwieriger!​


 

Schwert

Schwert

Schwert
Kategorie: Klingenwaffe (1-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja ja

​Schwert = Jian (chin): zweischneidiges chinesisches Schwert, auch Kien, Chien, Jyan, Jean, Jiann, und Tsien.

Das Schwert hatte in der Symbolik des Buddhismus und Daoismus einen hohen Stellenwert. Im Buddhismus war es das Sinnbild für Weisheit, es spaltete den Zweifel und erleuchtete den Weg zur Wahrheit. Im Daoismus diente es dazu, die Dämonen zu vertreiben. LU DONG BING, einer der acht Unsterblichen, wird mit ihm dargestellt.

Das Schwert war auch das Symbol der chinesischen Würdenträger, des Krieger-  und Hofadels und durfte nur von ihnen getragen werden. Einfache Soldaten trugen den Säbel. Schon in der Shang-Dynastie (1766-1122 v. Chr.) wurden Bronze- oder Kupferschwerter benutzt, ab der Zhou-Dynastie (1122-221 v. Chr.) wurden sie aus Eisen geschmiedet. Seit der Ming-Dynastie (1368-1645) unterscheidet man zwei Arten von Schwertern: zivile Schwerter (Wenjian) und militärische Schwerter (Wujian). Das zivile Schwert wird als feminin betrachtet, ist kürzer, und die Spitze (Feng) ist abgerundet. Das zweite hat männlichen Charakter, ist länger, größer und hat eine schrägere Spitze. Eine Form des zivilen Schwert, das Qixingjian (Sieben-Sterne-Schwert), ist an der Klinge mit sieben Punkten aus Kupfer besetzt, die die Energie besser zirkulieren lassen sollen. Die Punkte hatten die Anordnung des Sternbildes des Großen Wagens und wurden mit einer in das Metall eingravierten Linie verbunden.

Die Kriegsschwerter waren viel schwerer und aus geschmiedetem Stahl. Während der Qing-Dynastie (1644-1911) wurden einige kleine Hofschwerter geschmiedet (Xiaogongjian). Sie dienten der Belohnung für Würdenträger und wurden auch fremden Reisenden als eine Art Paß angeboten. Man findet sie heute noch bei Antiquitätenhändlern. Die normalen Schwerter sind heute von schlechter Qualität und daher recht billig. Die großen, echten Klingen sind sehr selten und erreichen leicht den Preis der japanischen Katana. Gute Schwerter sind heute nur noch schwer zu finden, da es kaum noch Schmiedemeister gibt.

Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwert


 


 

Tigerhakenschwert

Tigerhakenschwert

Tigerhakenschwert
Kategorie: Klingenwaffe (1-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja sehr gut

Tigerhakenschwert

​Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.

 


 

Großes Schwert

Großes Schwert

Großes Schwert
Kategorie: Klingenwaffe (2-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja ja ja

Großes Schwert

Weniger verbreitet sind im traditionellen Kung Fu große Zweihandschwerter. Die Techniken werden im Seven Star Mantis etwas „versteckter“ vermittelt. Die puren Seven Star Mantis Schwertformen vermitteln die Kampftechniken sowohl von Einzelschwert,  Doppelschwert und Zweihandschwert. Weiterhin fällt das Zweihandschwert in die gleiche Waffenkategorie wie die kleine Hellebarde.


 

Katana

Katana

Katana
Kategorie: Klingenwaffe (2-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja ja ja

Katana

Allgemein wird das japanische Katana nicht als traditionelle Kung Fu Waffe angesehen. Dies ist aber nur ein Teil der Wahrheit, da die chinesischen Küstenbewohner durch den häufigen Einfall von japanischen Piraten, sehr wohl Zugang zu hochwertigen Katana hatten und diese in ihre Kampfkunst integrierten.

Das besondere an dem Katana ist die überragende Schmiedekunst die zur Herrstellung eines kampftauglichen Katana nötig ist. Lange Zeit wurde das Geheimnis dieser Kunst von den japanischen Schmieden gehütet. Dies ist der Grund warum außerhalb Japans keine Katana hergestellt wurden.

Für das  Katana gelten die Aspekte des Schwertes und des Zweihandschwertes (je nachdem ob es mit einer oder mit zwei Händen geführt wird) jedoch wird auch das Wissen um die Kampfkunst des Säbels ergänzt.

​Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Katana


 

Kleine Hellebarde

Kleine Hellebarde

Kleine Hellebarde
Kategorie: Klingenwaffe (2-Hand)
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja ja ja

Kleine Hellebarde – „Darn Ma Do“ (1,40 m –  1,60 m)

Schaut man sich die oben genannten Waffen-Kategorien an, dann fällt auf, dass es ein großes Zweihandschwert gibt, aber keinen großen Zweihandsäbel. Dies verwundert um so mehr, da die Kunst des Säbelkampfes bekannterweise leichter zu erlernen ist, als die Schwertkunst. Sollte im Kampfsystem wirklich eine derartige Lücke vorhanden sein? Nein, denn traditionell werden die kleinen Hellebarden auch als große Säbel bezeichnet. Daher fällt die kleine Hellebarde nicht in die Kategorie „Stangenwaffe“ sondern in die Kategorie „2-händige Klingenwaffe“.

Welche enorme Kraft von dieser „relativ einfach“ zu erlernenden Waffe ausgeht kann man sich leicht vorstellen wenn man sich die Aspekte dieser Waffe bewusst macht: Die kleine Hellebarde ist von ihrer technischen Wirkweise ein Hybrid aus Säbel, Langstock und Hellebarde. Die kleine Hellebarde kann „hacken wie eine Axt aber gleichzeitig schneiden wie ein Schwert.“

Wie alle Hellebarden ist auch die kleine Hellebarde eine „Reiterwaffe“. D. h. die Waffe kann von Reitern, aber vor allem auch gegen Reiter eingesetzt werden. Während die großen Hellebarden und Lanzen sich hauptsächlich gegen die Reiter selbst einsetzen ließen, geht die kleine Hellebarde einen etwas „unfaireren“ Weg: Die Waffe ist hervorragend dafür geeignet das Pferd anzugreifen. Daher wird diese Form der Waffe auch als „Pferdesäbel“ bezeichnet oder besser, als Säbel der den Pferden die Beine abschlägt.

Bei den ganzen Stangenwaffen kann man schon mal durcheinander kommen. So gibt es nicht wenige Menschen die alle Hellebarden die nicht  Speere, Lanzen und große Hellebarden sind, als kleine Hellebarden bezeichnen und so die kleine Hellebarde als „Restkategorie“  nutzen. Daher verwundert es nicht, dass häufig die mittlere Hellebarde „Pudao“ (mit schmaler Klinge und einer Gesamtlänge von ca. 1,80 m – 2 m) in diese Kategorie eingeordnet wird. Wenn man die Hellebarde als Stangenwaffe definiert, ist das „Pudao“ sicherlich eine kleine Hellebarde. Interessanterweise ist die Lehrform im Seven Star Mantis Stil für beide Hellebarden Typen (klein und mittel) geeignet.​


 

Doppelsäbel

Kleine Hellebarde

Doppelsäbel
Kategorie: Doppelklingenwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
wenig ja ja

Doppelsäbel

Beim Einsatz der Doppelsäbel (zwei Säbel) ergänzen sich die Klingen und harmonieren in einem perfekten Zusammenspiel  zu einer Waffenkombination der nur sehr wenig entgegengesetzt werden kann.


 

Doppelschwert

Doppelschwert

Doppelschwert
Kategorie: Doppelklingenwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja ja

Doppelschwert

Einige Schulen verwenden auch variabel geformte Klingen, wie das Schlangenschwert (Shejian), das Hakenschwert (Wugoujian) oder das Doppelschwert (Shuangjian), das oft von Frauen verwendet wird. Dann gibt es noch das beidhändige Schwert (Shuangshoujian) und das gezahnte Schwert (Yuyajian), das oft mit >> Giftzähne << übersetzt wird.

In der klassischen Mythologie wird das Schwert dem Feuer zugeordnet. Daher wird der Umgang mit ihm als sehr subtil betrachtet. In den alten Schulen war es verpönt, einfach zuzuschlagen, wie man es mit dem Säbel machte. Man versuchte vielmehr, präzise Schnitte an besonders durchbluteten Stellen anzubringen. Die alten Meister versuchten, den Gegner nur mit der rasiermesserscharfen Spitze zu ritzen, so dass er ohne größere Verletzungen verbluten musste. Die Spitze war sehr dünn und scharf, der Rest des Schwertes wurde zum Griff hin dicker und konnte auch zum Schlagen und Blocken verwendet werden. Im chinesischen Schwertkampf kennt man überwiegend kreisförmige Techniken. Man muss beachten, dass die gerade Klinge des chinesischen Schwertes kreisförmige Bewegungen erfordert, um effektiv einsetzbar zu sein. Die gebogenen Klingen dagegen, wie der Säbel oder das japanische Katana, können auf direktem und linearem Wege eingesetzt werden. Charakteristisch für die chinesischen Schwerter sind die roten Quasten am Ende des Griffes​.


 

Doppeltigerhakenschwert

Doppeltigerhakenschwert

Doppeltigerhakenschwert
Kategorie: Doppelklingenwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja sehr gut

Doppeltigerhakenschwert

​Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.​


 

Dolche

Dolche

Dolche
Kategorie: Doppelklingenwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja wenig

Dolche

Dolch, Stoßwaffe mit kurzer, meist zweischneidiger Klinge.

Ein Poniarddolch ist ein Dolch mit einer kurzen, schmalen Klinge, ein Stilett besitzt eine lange, dünne Klinge, die meist eine Vertiefung aufweist. Zu den asiatischen Dolchen gehören der malaiische Kris mit einer langen, gewellten Klinge und der Kukri, der von den Gurkha im nördlichen Indien benutzt wird. Im Mittelalter wurden Dolche in Europa ergänzend zum Schwert benutzt. Diese Dolche hatten unterschiedliche Formen. Einer der häufigsten war der Miserikorddolch mit einer dünnen Klinge, der für den Gnadenstoß verwendet wurde. In der Zeit der Duelle wurde ein Dolch, der als main gauche (französisch: linke Hand) bezeichnet wurde, verwendet, um die Degenhiebe des Gegners zu parieren oder dessen Klinge zu brechen.


 

7-Sterne Stöcke

7-Sterne Stöcke

7-Sterne Stöcke
Kategorie: Doppelwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja nein ja

7-Sterne Stöcke

​Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.​


 

7-Sterne Doppelsichel

7-Sterne Doppelsichel

7-Sterne Stöcke
Kategorie: Doppelklingenwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja ja

7-Sterne Doppelsichel

​Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.​

​Siehe auch:https://www.wikiwand.com/de/Kama_(Waffe)


 

​7-Sterne Mandarin-Entenhaken

7-Sterne Doppelsichel

7-Sterne Mandarin-Entenhaken
Kategorie: Doppelklingenwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja sehr gut

7-Sterne Mandarin-Entenhaken

Die Mandarin-Entenhaken (auch Rehgeweih-Messer, Mondsichel- oder Sonne-Mond-Dolche) werden stets paarweise eingesetzt. Die Ähnlichkeit zu den Tigerhakenschwertern lässt erahnen wie gut die Entenhaken als Abwehrwaffen wirken können. Der Nachteil der geringeren Reichweite wird durch den Vorteil einen kleineren Raumforderung ausgeglichen – daher war diese Waffe im alten China häufig bei Leibwachen im Einsatz – gegnerische Angriffe konnten pariert werden ohne die Schutzperson zu treffen.

Der Name Mandarin-Entenhaken kommt auf der einen Seite durch ihr Aussehen (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Mandarinente) – die Form des Gefieders ist den Klingen sehr ähnlich. Auf der anderen Seite stehen Mandarinenten als Symbol für lebenslange (eheliche) Partnerschaft – da diese Messer stets paarweise geführt werden.


 

​Schmetterlingsmesser

7-Sterne Doppelsichel

Schmetterlingsmesser
Kategorie: Doppelklingenwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
nein ja ja

​Schmetterlingsmesser

Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.​


 

7-Sterne Doppel-Hammer

7-Sterne Doppel-Hammer

7-Sterne Doppel-Hammer
Kategorie: Doppelwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja nein ja

7-Sterne Doppel-Hammer

Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.​


 

Doppel-Tonfas

Doppel-Tonfas

Doppel-Tonfas
Kategorie: Doppelwaffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja nein sehr gut

Doppel-Tonfas

Die Beschreibung dieser traditionellen Waffe ist noch in Arbeit.​


 

Dreigliederstab

​(Da diese Waffe auch als Würgewaffe mißbraucht werden kann ist sie in Deutschland verboten – wir verwenden daher nur ungefährliche Nachbauten und diese auch nur ausschließlich für Sportzwecke!)

Drei-Glieder-Stab

Dreigliederstab
Kategorie: Flexible Waffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja nein ja

Dreigliederstab

​​Der Dreigliederstab gehört zu den Waffen, die auch für den Anwender ein erhebliches Verletzungsrisiko darstellen!

Der Dreigliederstab, auch Sansetsukon genannt, wird aus drei ca. 70 cm langen Stangen gebildet, die durch eine Schnur oder Kette miteinander verbunden sind. Es handelt sich hierbei um eine sehr alte chinesische Waffe, von der es Beschreibungen in antiken Texten gibt, in denen es „San-chieh-kun des Shaolin-Tempel“ genannt wird. Es ist eine sehr lange und vorteilhafte Waffe verglichen mit den anderen. Die Hauptbewegungen sind kreisförmig und wirbelnd. Er kann aber auch als Stab eingesetzt werden. Bei Gebrauch dieser Waffe ist besonders wichtig, dass der ganze Körper bei der Aktion eingesetzt wird. Eine Legende erzählt, dass der Erfinder dieser Waffe der General Jun Hong Yan war, der erste Kaiser der Song – Dynastie (960-1279).


 

Kettenpeitsche

​ (Da diese Waffe auch als Würgewaffe mißbraucht werden kann ist sie in Deutschland verboten – wir verwenden daher nur ungefährliche Nachbauten und diese auch nur ausschließlich für Sportzwecke!)

Kettenpeitsche

Kettenpeitsche
Kategorie: Flexible Waffe
Wirkung:
Wucht/
stumpfes Trauma
Schnitt u. Stich Abwehr von Angriffen
ja wenig nein

Kettenpeitsche

Die Kettenteitsche gehört zu den Waffen, die auch für den Anwender ein erhebliches Verletzungsrisiko darstellen!

Neunteilige Peitsche = Gau Jeet Nin Wan Bim 九節連環鞭

Die Waffe besteht aus 9 kurzen Metallstäben, die durch Ringe verbunden sind. An den Enden ist ein Metallgewicht befestigt.

„… eine Form ist eine geistige Vertiefung, in den Augenblick, in das Hier und Jetzt. Kung-Fu Techniken werden aus dem ‚automatischen‘ Bewegungsgedächtnis abgerufen und können so in einer unerwarteten Geschwindigkeit ausgeführt werden. Man hat das Gefühl über sich selbst hinauszuwachsen. Wird eine Form besonders hoch trainiert, scheinen Zeit und Raum keine Bedeutung mehr zu haben – das Bewusstsein des Kung Fu Trainierenden verschmilzt mit den Techniken und ermöglicht so auch außerkörperliche Erfahrungen…“

Was ist eine Form im Kung Fu?

Auf den ersten Blick sieht eine Form aus wie ein Tanz, wie Bewegungen die scheinbar zufällig oder improvisiert aussehen. Wenn wir eine Form zum 2. oder 3. Mal sehen erkennen wir, dass diese zufällig erscheinenden Bewegungen in ihrer Reihenfolge immer wieder gleich sind. Darüber verwundert erkundigen wir uns bei einem anderen Zuschauer was dort gezeigt wird. Dann erfahren wir, dass es sich um Kung Fu handeln soll – um eine alte Kampfkunst. Wir erinnern uns an alte (und manchmal auch brutal wirkende) Kung Fu Filme. Aber wenn wir uns diese Form ansehen, wirkt sie gar nicht mehr so brutal auf uns; eher schon elegant, es scheint als wäre es ein Ausdruck hoher Körperbeherrschung. Die Bewegungen wirken eher sehr harmonisch, ästhetisch oder einfach nur schön auf uns.
Nun fragen wir einen der Kung Fu Trainer was es damit auf sich hat. Dieser sagt uns: „Kung Fu Formen“ sind festgelegte Bewegungsabläufe, in denen die Bewegungen eines Kampfes gegen einen imaginären (nur in der Vorstellung des Kämpfenden) Gegner ausgeführt werden. Auf meine Frage warum dann kein Gegner dabei ist, wird mir geantwortet: Die Techniken des Kung Fu sollten früher mal das eigene Leben retten. Also sind diese sehr effektiv; so effektiv, dass diese häufig tödlich sein können. Daher kann man nur einen Teil der Kung Fu Techniken am Partner trainieren, andere gefährlichere KungFu Techniken übt man nicht am Partner, sondern man führt diese Techniken ohne Partner aus. So kann man sich verteidigen, wenn man ernsthaft überfallen wird, verletzt aber keinen Mitmenschen im Training. Die buddhistische Friedfertigkeit spielt eine wichtige Rolle.

Auf meine Frage ob es denn keine Übungen am Partner gibt, erfuhr ich, dass es sehr wohl sehr viele Partner-Übungen gibt und diese natürlich sehr oft geübt werden, aber die gefährlichsten Techniken eben nicht so trainiert werden. Außerdem kann man durch eine Form Kung Fu Kämpfe trainieren, wenn man alleine ist und gerade mal kein anderer Kung Fu Trainierender zur Stelle ist.

Ein anderer Kung Fu Trainier erzählte mir noch, dass diese Formen im Westen unter dem Namen „Schattenboxen“ bekannt geworden seien, weil es so aussähe, als ob die Kung Fu Kämpfer gegen ihren eigenen Schatten kämpfen würden.
Nach all diesen Beobachtungen war mein Interesse geweckt, und als ich nach Hause kam, ging ich ins Internet und informierte mich weiter: Ich las, dass die buddhistischen Mönche aus dem Shaolin Kloster lernten, den Augenblick besonders wahrzunehmen. Sie versuchten ihr Bewusstsein im Hier und Jetzt zu fokussieren. Die Mönche wollten aus dem Trott, der Alltags-Gewohnheit und dem ewigen Kreislauf ausbrechen. Daher entwickelten sie mentale Techniken um den Augenblick in ganz besonderer Weise zu erfahren, ihr Bewusstsein auf das Hier und Jetzt zu richten, und so zu erwachen und ihr Bewusstsein für neue Erfahrungen zu öffnen.

Kung Fu schien für die Shaolin Mönche nicht nur Kampf zu sein, sondern auch eine Art der Meditation, eine Bewegungsfolge die auch den Geist und die Seele in eine harmonische Bewegung versetzt. (Heute weiß ich, als Diplom Psychologe, dass viele Meditationstechniken sich körperlicher Aspekte bedienen um psychische Erfahrungen zu vermitteln.) Aber die Art und Weise, wie die Intensität der Kung Fu Form, ist bis zum heutigen Tage eine unübertroffene Form der körperbezogenen Meditation. Durch diese spezielle Art der geistigen Vertiefung, gepaart mit den mentalen Vorstellungsbildern, wird ein besonderer mentaler Zustand erreicht. Eine Einheit zwischen Geist und Körper, der den Kung Fu Trainierenden zu ungeahnten Leistungen befähigt. In dem Film „Matrix“ wird versucht dieses Konzept dem Zuschauer zu vermitteln. Dies gelingt im Film natürlich nur ansatzweise, aber wer den Film gesehen hat, kann sich ungefähr vorstellen, wovon ich hier rede.

Ich las auch, dass die Mönche das geschriebene Wort als nicht mehr lebendig ansahen und daher ablehnten. D. h. ihr angesammeltes Kampfkunst-Wissen wollten sie nicht einfach in ein Buch schreiben (was sowieso sehr schwierig ist) sondern sie wollten dieses Wissen in „lebendiger“ Form an die Nachwelt weiter geben. Die Bewegung an sich (nicht das Einnehmen von Endpositionen, sondern der Weg zur Position) sollte hier weiter gegeben werden. Wir im Westen kennen dies unter dem Spruch: „Der Weg ist das Ziel.“
Als ich erfuhr, dass die Mönche das geschriebene Wort ablehnten, und lieber die Bewegung (den Weg) weitergaben, erkannte ich, dass der Bewegungsablauf (die „Form“) die traditionelle Lehrmethode war, dieses wertvolle Kampfwissen von Generation zur Generation weiterzugeben.

Schließlich ging ich zum Kung Fu Training, wo ich bis heute geblieben bin. Als ich im Training mit den Formen begann, erfuhr ich aber auch noch eine ganz andere, sehr praktische Herangehensweise an die Formen:
Wenn ich angegriffen werde, gibt es mehrere Möglichkeiten wie ich diesen Angriff abwehre. Im Kung Fu lerne ich, wie ich in der Situation die bestmögliche Abwehr auswähle ohne lang überlegen zu müssen. Die Antwort auf diesen Angriff nennt man Parade – aber auch hier hat der Gegner mehrere Möglichkeiten auf meine Parade zu reagieren. In der Form geht man davon aus, dass der Gegner die bestmögliche Antworttechnik auf meine Parade hat und so die bestmögliche Attacke ausführt. Und genau darauf wird (in der Form) die nächste Technik trainiert. D. h. wenn ich den bestmöglichen Kämpfer annehme, trainiere ich die Bewegungsabläufe, durch die ich in der Lage bin diesen Gegner zu besiegen. Wenn der Gegner nicht so gut ist, besiege ich ihn sehr schnell. Z. B. greift mich jemand an: Ich verteidige mich, so wie ich es hunderte von Malen in der Form (der festgelegten Bewegungsabfolge) trainiert habe. Wenn mein Gegner (der Angreifer) meine Antwortattacken nicht abwehren kann, ist der Kampf entschieden und der Gegner liegt am Boden und ich kann unbehelligt gehen. Wenn der Gegner aber sehr gut trainiert ist und auf meine Gegenattacken optimal reagiert, kann er meine Antwortattacken abwehren, und wir kämpfen weiter. Da ich durch die traditionelle KungFu Form immer die optimale Technik auf alle Angriffe trainiert habe, ist es nur eine Frage der Zeit (manchmal auch eine Frage der Ausdauer und Fitness) bis ich den Kampf gewinne.

            Entscheidungsbaum

Martiale-Antizipation: Die Fähigkeit mögliche Attacken des Gegners vorwegnehmen

Verschiedene Formen vermitteln verschiedene Arten und Weisen auf einen Angriff zu reagieren. Zum Einen, damit ich als Verteidiger nicht berechenbar bin (dies wäre der Fall, wenn ich immer nur eine Antwort auf eine Attacke wüsste), zum Anderen zeigen die verschiedenen Formen verschiedene Antworten auf die verschiedenen Versionen einer Attacke. Z. B. kann mein Gegner einen Fauststoß ausführen während er auf mich zu geht, auf mich zu rennt, oder einfach stehen bleibt und mich schlägt. In all diesen Fällen wirken verschiedene Energien auf mich ein. Diese Energien zu erkennen, zu verstehen, und zu meinem eigenen Vorteil zu nutzen, das ist richtiges traditionelles Kung Fu. Dies wird neben den Partnertechniken durch die Kung Fu Formen trainiert.
Ein traditioneller Kampf-Stil der so vollständig ist, wie der Seven Star Mantis Kung Fu Stil, vermittelt natürlich alle relevanten Kampf-Techniken und Kampf-Strategien. D. h. zu jeder Zeit ist man durch die Techniken nicht nur geschützt, sondern seinem Gegner (der meist keine professionelle Kampfausbildung hat) weit überlegen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die psychologischen Aspekte. Man kann alle Kampftechniken kennen, aber wenn man vor Angst in einer Gefahrensituation gelähmt ist, hilft dies einem auch nicht weiter. Daher wird natürlich auch die Bewältigung des psychischen Stresses trainiert. Damit man in einer Gefahrensituation entsprechend reagieren kann (d. h. man ist nicht vor Angst gelähmt, aber auch nicht übertrieben gewalttätig, sondern man handelt der Situation angemessen). Wenn ich eine Form trainiere, trainiere ich nicht nur die Bewegung, sondern auch Ruhe und Konzentration. Dies hilft mir auch in einer Gefahrensituation ruhig und konzentriert zu bleiben und mich nicht von Gefühlen wie Angst oder Verwirrung übermannen zu lassen.

Nach vielen Monaten des Seven Star Mantis Kung Fu Trainings erkannte ich wie wahr dieses Konzept war: Ich wurde angegriffen! Ich war abends zusammen mit meiner Freundin unterwegs, als zwei Typen uns bedrängten. Ich hatte große Angst und extremen Stress. Aber ohne das ich es wollte, erinnerte sich ein Teil von mir an die lang antrainierten Bewegungsabläufe. Ohne das ich es wirklich wollte, haben meine Arme alle gegnerischen Attacken abgewehrt. Fast automatisch fing ich an mich gegen meine Angreifer zu verteidigen. Den ersten meiner Angreifer konnte ich nicht nur abwehren, sondern ich bekam ihn zu fassen. Mit den Techniken, die besonders der Mantis-Kung-Fu-Stil mir bot, konnte ich den Gegner sofort zu Boden werfen und er hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht seinen Arm fest. Als der zweite Angreifer dies sah, überlegte er es sich anders und flüchtete. Mein erster Angreifer stand schließlich auch auf und flüchtete ebenfalls. Äußerst erschreckt und mit rasendem Puls war ich sehr erleichtert als beide das Weite suchten, danach nahm ich meine Freundin in den Arm und ging unverletzt und erleichtert weiter.

Siehe auch „Zeichnungen-von-Formen“

Siehe auch „Videos-von-Formen“

Kung Fu steht in der chinesischen Sprache für den Begriff „harte Arbeit“ und beinhaltet sinngemäß Zeit, Mühe, Kraft und Geduld, die zum Erlernen einer besonderen Fähigkeit eingesetzt werden. Dieser Begriff wird für alle Künste (Malerei, Musik…) Chinas benutzt​

Kung-Fu allgemein "Kung-Fu" im Kontext der Kampfkunst
Das chinesische Schriftzeichen für „KungFu“ im allgemeinen, künstlerischen Kontext. Das chinesische Schriftzeichen für „KungFu“ im Kontext der Kampfkunst.​​

Das Kung Fu im Kontext der Kampfkunst findet seinen Ursprung bei den Mönchen der Shaolin-Klöster, die Bewegungsabläufe und Übungen entwickelten, um eine physische Verbesserung ihrer Konstitution für intensive Meditation zu erlangen. Da aufgrund mangelnder staatlicher Gewalt (China war aufgrund seiner Größe schwer zu verwalten) Überfälle, Aufstände, Mord und Plünderung das tägliche Leben (mit-) bestimmten, bestand auch für die Klöster die Notwendigkeit, sich effektiv zu verteidigen. So wurden aus den zunächst als gymnastische Übung verstandenen Techniken der Mönche über Generationen hinweg Kampfprinzipien entwickelt, die Leib und Leben sicherten und das Kloster vor Gefahren schützten.

Die weltanschaulichen Wurzeln dieser Kampfkunstart liegen im Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus. Die Übungen steigern die körperliche und geistige Fitness und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstvertrauen.drache

Shaolin Kloster

Das Shaolin Kloster wurde im Jahre 495 errichtet. Zu dieser Zeit predigte der Abt Batuo (indischer Mönch) die Lehre des kleinen Fahrzeugs (Hinayana), die beinhaltet: Meditieren, um sich selbst zu retten. Aber diese Lehre war in Zentralchina nicht sehr verbreitet. Sie ist jetzt noch in Südchina, Tibet, Thailand etc. sehr beliebt. 27 Jahre später überquerte Buddi Darma, ein Schüler der 27. Generation des Gründers des Buddhismus (Sakyamuni), den Indischen Ozean und kam in Guangzhou an. Später ging er nach Naking und diskutierte mit dem Kaiser über die Lehre des großen Fahrzeugs (Mahayana), die beinhaltet: Meditieren, um andere zu retten. (Nach buddhistischer Lehre ist das Leben ein Leiden; sich an die Vorschriften des Buddhismus zu halten, ist die einzige Methode, sich von den Leiden zu befreien.) So verließ Buddi Darma Naking, überquerte den Yangtze und erreichte Shaolin Si – das Shaolin Kloster. (Dt. Übers.: Kloster im Wald des Shaolin-Berges).

Shaolinkloster

Er meditierte 9 Jahre in einer Höhle auf dem Abhang des Shaoshi Berges und bekam Erleuchtung und gab seine Lehre weiter. So ist das Shaolin Kloster für die Chen-Lehre bekannt geworden. Da das Kloster tief im Berg lag, lebten dort auch viele Wildtiere, man musste gegen sie kämpfen um zu überleben. So trainierten die Mönche Kung Fu. Mit dieser Kampftechnik haben 13 Shaolin-Kung Fu-Mönche den 2. Kaiser der Tang-Dynastie in einer Schlacht gerettet. Deshalb erlaubte der Kaiser den Mönchen, die im Shaolin Kloster lebten, Fleisch zu essen und Schnaps zu trinken. Er schenkte dem Kloster viel Ackerland und erlaubte dem Kloster 500 Kung-Fu-Mönche auszubilden. So gewann das Shaolin Kloster an Bedeutung, viele Meister kamen hierher und so wurde ein umfangreiches Kampfsystem entwickelt, das schließlich der Ursprung von Kung Fu wurde.

Im 11. Jh. kamen viele Japaner in das Shaolin Kloster. Man vermutet, dass alle Kung-Fu-Kämpfer von Japan aus dem Kloster Shaolin stammen. In der Blütezeit lebten im Shaolin Kloster mehr als 1200 Mönche. Das Kloster wurde dreimal von Bränden ruiniert, heute leben dort noch mehr als 60 Mönche. In der Umgebung gibt es mehr als 50 Kung-Fu-Schulen; alle tragen den Namen „Shaolin“.

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